Der Weißwasserbruch

Ursprungsort aller LASA®™-Sorten seit über 90 Jahren

Er ist Südtirols mächtigster Marmorsteinbruch und eins der weltweit mächtigsten Lager an weißem Marmor in einem Bergmassiv: Der Weißwasserbruch. Auf 1.526 m führt der am orographisch rechten Eingang zum Laaser Tal gelegene Bruch über ein weit verzweigtes Netz an labyrinthartig verschlungenen Gängen und Abbauhallen mehrere Kilometer tief ins Innere des Laaser Marmorberges. Die Stollen sind mit Längen von 100 Metern, einer Breite von 20 und in einer Höhe von 30 bis 40 Metern so groß wie Kathedralen. Seinen Namen hat der Marmorbruch vom nahen „Weißwasser“ genannten kleinen Wasserfall, dessen Wasser durch die im Marmor enthaltenen Mineralien und Stoffen angereichert ist.

Wir schreiben das Jahr 1883 als der Bruch erstmals durch den Laaser Steinmetz und Marmorpionier Josef Lechner von der Gemeinde Laas in Pacht genommen und bewirtschaftet wurde. Der Laaser Marmor wurde zunächst im Tagebau gewonnen. Ab 1896 trieb Lechner einen Stollen in den Berg und betrieb den Bruch fortan im Untertagebau. Um die Wende vom 19. auf das 20. Jahrhundert beschäftigte der „Marmor-Lechner“, wie der Marmorunternehmer auch allgemein genannt wird, im Weißwasserbruch bis zu 100 Mann. Ab 1921 übernahm der Münchner Bildhauer und „Lasa Marmo“-Gründer Mathias Gasteiger den Bruch in Pacht. Die Lasa Marmo nutzt seit dem Bestehen der Gesellschaft, 1925 als GmbH und 1928 mit aufgestocktem Kapital als Aktiengesellschaft (Società Anonima), den Weißwasserbruch. Bis heute ist er der wichtigste Marmorbruch für die Laaser Marmorindustrie. Die 1930 in Betrieb genommene Laaser Marmorbahn ermöglicht ganzjährig einen nachhaltigen Transport der Marmorblöcke vom Bruch zur Verarbeitung ins moderne Verarbeitungswerk im Tal. Im Weißwasserbruch gewinnt die Lasa Marmo, Marmor von höchster Qualität. Es handelt sich dabei um hochwertigen, weißen und hochkristallin durchgebildeten Marmor. Mit einem Wert von 97,04 Prozent weist eine Probe des Weißwasserbruches von allen Marmorbrüchen in der Region den höchsten weißmetrischen Kennwert auf . Je nach Qualität und insbesondere Farbe wird der im Weißwasserbruch gewonnene Marmor im Werk der „Lasa Marmo“ zu Sorten der übergeordneten Klassifizierungen LASA BIANCO®, LASA VENATO® und LASA !ndividual® verarbeitet. Während noch zu Lechnerischen Zeiten der aus dem Weißwasserbruch entnommene weiße Statuarmarmor von zahlreichen bekannten Bildhauern für Denkmäler und Monumente in aller Welt verwendet wurde – so zum Beispiel für das Queen Victoria Memorial in London –, wird der Weißwasserbruchmarmor heute vor allem für Wandverkleidungen, Bodenplatten, Fliesen, Böden, Treppen, Fensterbänke und Sockelleisten verwendet. So sind beispielsweise alle Wand- und Bodenverkleidungen des neuen New Yorker Umsteigebahnhofs, dem WTC Transportation Hub, aus Marmor gefertigt, der seinen Ursprung im Laaser Weißwasserbruch hat.

Die Brüche im Laaser Tal

Die Marmorbruchgebiete der Lasa Marmo GmbH befinden sich in der zu Italien gehörenden Autonomen Provinz Bozen-Südtirol, im Vinschgau, Laasertal, innerhalb des Gemeindegebietes von Laas, zwischen Meran und Mals gelegen.

Sämtliche Laaser Brüche gehören zum Jennmassiv, jenem Gebirgsstock in der Laaser Gruppe, welcher die größten Marmorlager enthält. Das Marmorvorkommen im Jennwandmassiv wird auf rund 30 Millionen Kubikmeter geschätzt. Es zählt somit zu den größten Marmorvorkommen der Welt. Der heute von der Lasa Marmo betriebene Weißwasserbruch auf 1.567 m Meereshöhe, ist der am meisten bewirtschaftete Marmorbruch im Vinschgau. Hinzu kommen die Lechnerbrüche. Sie bestehen aus dem Jennwandbruch, dem Zirmwandbruch und dem Mahdwandbruch. Historische Fundstellen und Brüche: Auf gleicher Höhe wie der Weißwasserbruch befindet sich der Tarnellerbruch. Hinter dem Jenngraben auf 1780 m hingegen befindet sich die Mahdwand-Fundstelle und weiter im Inneren des Laaser Tales die Valtinboden-Fundstelle (1914 m). Die am frühesten ausgebeutete Fundstelle des Laaser Tales war die "Jennwand-Ries". Zwischen 2150 m und 2200 m hinter und ober dem Zirmkopf liegen die historischen Jennwandbrüche: Neubruch, Mittelbruch und Hinterbruch. Am Zirmkopf (1914 m) wurde ehemals der Zirmwandbruch ausgebeutet, im Jenngraben die obere Nesselwand (1635 m) und die untere Nesselwand (1610 m).


Virtuell den Weißwasserbruch erleben

Der Weißwasserbruch liegt wie alle anderen Brüche im Nationalpark Stilfser Joch und ist daher nicht über öffentliche Straßen zu erreichen. Aufgrund der Abbautätigkeit ist der Weißwasserbruch zudem für Besucher nicht zugänglich. Um Ihnen jedoch die besondere Faszination eines Besuchs untertage in den Abbaustätten des Laaser Marmor zu vermitteln, ermöglichen wir Ihnen einen virtuellen Bruchbesuch.

Dank moderner 360° Filmtechnik und Drohnenflug können Sie sich – ausgestattet mit einer handelsüblichen VR-Brille oder einer VR Brille geeignet für Smartphone – einen Eindruck in Virtual Reality 3D vom Ursprungsort des Laaser Marmors machen und unter anderem dabei sein, wenn ein 30-Tonnen-Block aus dem Marmorlager gebrochen und zum Abtransport ins Werk gebracht wird. Die 360°-Ansicht ohne VR-Effekt funktioniert auch von Handy und Desktop aus.