Bauernstand gegen christlich-soziale Arbeiterschaft - Laaser Marmor
1902

Bauernstand gegen christlich-soziale Arbeiterschaft

Im Spätherbst 1902 schickte das fürstbischöfliche Ordinariat in Trient den Kuraten Nikolaus Malpaga nach Laas. Malpaga setzte sich dort für Arbeiter und kleine Bauern ein, baute ein Kinder- und Arbeiterheim, eine Bibliothek und einen Jugendhort. Für die konservativen Landwirte eine Provokation.

Der Unternehmer Josef Lechner, der voll hinter seinen Arbeitern stand und den Laaser Arbeiterpriester unterstützte, bekam die Aversion gegen alles Gemeinnützige und Soziale besonders zu spüren: Holzlieferungen aus dem Gemeindewald wurden versprochen und dann doch nicht geliefert.

Dass die Gemeinde den Nesselwandbruch in Eigenregie übernahm, war für Lechner verschmerzbar. Die Vertragsklausel im Pachtvertrag mit Gasteiger vier Jahre später, dass Lechner die von der Gemeinde zu bauende Straße in das Laaser Tal keinesfalls für seine Marmortransporte nutzen dürfe, spricht ebenso für sich, wie die 1921 erfolgte einseitige Aufkündigung des 1906 geschlossenen und auf 25 Jahre angelegten Pachtvertrages für den Weißwasserbruch.

Bauernstand gegen christlich-soziale Arbeiterschaft
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