Brauns Meisterwerk in der Franzenburg bei Wien - Laaser Marmor
1717 - 1723

Brauns Meisterwerk in der Franzenburg bei Wien

Der aus Sautens im Ötztal stammende und in Böhmen wirkende Barockbildhauer Matthias Bernhard Braun bestellt 1717 für seine Prager Werkstatt drei Blöcke aus Laaser Marmor. In Brauns Werkstatt sind auch die Gebrüder Gregor und Johann Thény aus Burgeis im Vinschgau tätig, die mit Laaser Marmor im bildhauerischen Umgang bestens vertraut sind.

1720 verpflichtet der begüterte gegenreformatorische böhmische Aristokrat Graf Franz Anton Sporck – langjähriger Mäzen und Förderer Brauns – den Bildhauer für den letzten freien Pfeiler der Prager Karlsbrücke aus Laaser Marmor ein Denkmal für Kaiser Karl VI. zu entwerfen. Die geplante Figurengruppe in der auch Sporck als ruhender Ritter vorkam, sollte um die Gunst des Kaisers werben und einen Ketzereiprozess zu Sporcks Gunsten beeinflussen.

Die Statthalter Böhmens stellten sich jedoch gegen dieses Vorhaben. Vom Gedanken, das Denkmal zu errichten, ließ Sporck den Statthaltern zum Trotz nicht ab und präsentierte bei einer Kaiseraudienz das tatsächlich aus Laaser Marmor gefertigte Hauptteil, das Standbild Kaiser Karl VI.

Doch die Gunst des Kaisers konnte sich Graf Sporck auch mit dieser Statue nicht erwerben. Die Staute blieb im Besitz des Bildhauers Braun und wurde, obwohl sie zu den schönsten Arbeiten der Barockplastik zählt, an der Meister Braun höchstwahrscheinlich selbst den Meisel anlegte, erst 1838 von Ferdinand I. (dem Gütigen) angekauft und in das Schlossareal von Laxenburg überstellt.

Brauns Meisterwerk in der Franzenburg bei Wien
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