Die Wiener Pestsäule - Laaser Marmor
1693

Die Wiener Pestsäule

Im Gegensatz zu Peter gelang dem Bruder Paul Strudel nicht der Sprung in den kaiserlichen Hofstaat, er erhielt allerdings 1696, nachdem unter seiner Leitung die Pestsäule in der Wiener Innenstadt vollendet worden war, eine Lebensstellung am Hof und erhielt den Auftrag, eine habsburgische Ahnengalerie des Kaisers und seiner Vorfahren aus weißem Tiroler Marmor zu erstellen.

Im Zuge der Arbeiten an der Pestsäule war Paul Strudel auf die Tiroler Marmorvorkommen im Raum Sterzing und im Vinschgau gestoßen, deren Entdeckung er für sich beanspruchte. Er stellte mehr als zwanzig Arbeiter, Steinmetzen, vier italienische Bildhauer, einen Marmorpolierer und einen Eisenschmied in seine Dienste, die unter der Aufsicht seines Bruders Dominik im Vinschgau den Marmor zu "Slanders über Greflen im Thaal Fraz" (vermutlich in der Nähe von Tafratz bei Göflan oder auf der Göflaner Alm) gewannen.

Der Marmor wurde mit Fuhrwerken nach Hall in Tirol und von dort per Schiff nach Wien transportiert.

Die Wiener Pestsäule
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