

Laaser Marmor ist ein sehr harter, widerstandsfähiger und wetterbeständiger Marmor, der innerhalb des Gemeindegebietes von Laas, Südtirol, Italien, auf dem Nördersberg im Laaser Tal abgebaut wird. Die Bezeichnung „Laaser Marmor“ für das Gestein, das lange Zeit als Tiroler Marmor oder Vinschgauer Marmor bekannt gewesen war, begann sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts durchzusetzen. Spätestens seit der Weltausstellung 1873 in Wien, auf der er im umfassenden Bereich der k.k. geologischen Reichsanstalt von zwei Unternehmen präsentiert wurde, gewann der Marmor, unter dieser Markenbezeichnung zunehmend an Bekanntheit. Insbesondere im zu Ende gehenden 19. Jahrhundert wurde der Laaser Marmor von unzähligen Architekten und Steinbildhauern bevorzugt verwendet und prägt bis heute insbesondere die neoklassizistische Architektur großer europäischer Städte wie Wien, München und Berlin. Zu den bekanntesten Werken aus Laaser Marmor gehören das General-Moltke-Denkmal in Berlin, der Monumentalbrunnen der Pallas Athene vor dem Parlamentsgebäude in Wien, das Denkmal der Queen Victoria vor dem Buckingham-Palast in London und das Heinrich-Heine-Denkmal in New York. Zu nennen sind auch über 90.000 Grabkreuze aus Laaser Marmor für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen US-Soldaten. Die USA wollten für ihre auf vier Kontinenten verteilten Soldatenfriedhöfe den besten und reinsten Marmor der Welt.
